Kurzschluss beim Drücken "Start"

  • Hallo,

    nachdem meine Dicke jetzt einen Monat rumstehen musste, versagt sie mir jetzt den Dienst!

    Sobald ich den Starttaster (Anlassschalter) drücke, bricht die Spannungsversorgung zusammen, aber mehr passiert auch nicht.:?:

    Die Batterie ist neu und den Anlasser kann ich auch ausschliessen, den hab ich inzwischen abgeklemmt.


    Hat schon mal einer sowas gehabt? Hat die Dicke elektrische Schwachstellen oder scheuert sie gern an bestimmten Stellen ?

    Danke für jeden Tip!


    VG Rainer

  • was heißt Spannung bricht zusammen.

    Wenn Du meinst das am Abblendlicht zu erkennen, liegst Du falsch, das geht aus wenn der Startknopf gedrückt wird.

    Wenn dann noch die Zeiger der Instrumente ruhig bleiben ist das vermutlich kein Kurzer.

    Dann würde ich auf den Killschalter tippen.

    Alles mal mot MOS2 Öl jauchen

  • Ein großes DANKESCHÖN an die, die mir bei der fehlersuche geholfen waren.

    Es war nicht die Batterie, auch nicht der Killschalter. Aber bei der Gelegenheit haben beide ihre Pflege erhalten !

    Es war unerwartet der Anlasser. Die Trägerplatte für die Kohlen ist total abgebrannt und gab keinen Kontakt mehr zum Rotor! Sieht furchtbar aus, ich hoffe durch Ersatz der Platte wieder das Ding zum Laufen zu bekommen! Meine letzte Tour war Bebra , und wieder heim bei der Hitze. Da ist noch alles super gelaufen...


    vogtländische Grüsse Rainer

  • Ok, also nicht unbedingt zu erwarten, aber kann ja dann wie man sieht auch mal vorkommen.

    Hast du das in ner Werkstatt gehabt? was sagt der Meister dazu?

    sorry für die Frage, aber es interesiert mich , wie und warum es bei technischen Sachen zu Ausfällen kommt.

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  • bisher hat das keine Werkstatt gesehen.

    Der Aufbau eines Anlassers ist einfach und unkompliziert, da hab ich mich selbst drüber gemacht und den defekten zerlegt.

    Daß aber ein Haufen ausgeglühte Kohle da drin steckt, hat mich auch überrascht. Die (jetzt) verschlissenen Kohlen sind fest mit ihren Führungen verschweißt !

    Es sieht aber an einer Gehäusestelle aus, als wäre da irgendwann mal Wasser reingelaufen. Meine letzte Starkregenfahrt war Ende Mai!

    Zum Glück gibs die Trägerplatten mit den Kohlen als Verschleißteil. Ich versuch jedenfalls den Anlasser wieder lauffähig zu machen, da der Rotor noch top ist.

  • Danke, super erklärt Thomas.

    Wie so oft sind es die Kleinigkeiten die manchmal große Auswirkungen auf Funktion oder nichtfunktion den Unterschied machen.

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  • Hallo an alle Techniker,

    weiss einer, was eigentlich mit dem Anlasser passiert, wenn der Anlasserfreilauf "hakt".

    Die eine Variante kenn ich, da läuft der Anlasser, nimmt aber die Kurbelwelle nicht mit.

    Und die andere Variante (Freilauf fest. Geht das überhaupt?) ?? Läuft der Anlasser da bis zum bitteren Ende mit ? Hört oder merkt man das ??

  • Bischen komisch gestellt die Frage... aber ich versuchs mal:

    Der Anlasser soll also entweder in Ruhestellung (ausgerückt) oder in Arbeitsstellung (eingerückt) hängen ?


    Ausgerückt geht ja noch. Da dreht der sich wie doof bis die Batterie leer ist, "springt" aber nicht vorwärts um auch den Motor mitzudrehen.

    So eine Art teilweiser Arbeitsverweigerung. Sirrt aber schön hell und andauernd.


    Eingerückt greift er und dreht den Motor, sollte dann aber sofort wieder zurückflutschen. Macht er das nicht, dreht er munter mit dem Motor mit,

    bis ihn der Tod erfasst. Erkennbar an leicht herbem Geruch, dunklen Wölkchen und einem Geräusch, das man doch klar als "irgendwie nicht gesund" einordnet. Es wird von einer grossen Ansammlung von Guss- und Kupferspänen nach Zerlegung des Anlassers nach solchen Aktionen berichtet :D


    Stell dir einfach vor, du hast nen Akkuschrauber in der Hand und willst eine grössere Torx irgendwo reindrehen.

    Ausgerückt: du hälst den Schrauber 2 cm vor der Schraube und wunderst dich, dass der zwar dreht, aber die Schraube sich nicht bewegt.

    Eingerückt: du gibst seit 30 Sekunden schon Vollgas mit dem Schrauber und drückst wie doof, obwohl die Schraube längst drin ist


    Also: korrekt wäre das zeitliche Zusammenspiel von beidem. Klar, nä ? ;)

  • ich hatte bei mir den Lichtmaschinendeckel ab und nach den Arbeiten, entgegen der originalen Papierdichtung, beim Zusammenbau einfach Dichtsilikon nehmen wollen.

    Das Ergebnis war, dass mir die minimale Stärke der Papierdichtung gefehlt hat und das Ritzel des Anlassers blockiert war.

    Dadurch gab es beim Startversuch außer einem massiven Spannungseinbruch nix mehr.

    Hört sich merkwürdig an, dass so ein paar Zehntel mm fehlende Dichtungsstärke die Blockade verursacht haben, aber so war es. Sobald ich die Gehäuseschrauben leicht löste, ließ sich alles wieder drehen. Nachdem eine neue Papierdichtung verbaut war... alles Tutti...


    Auch wenn du den Deckel nicht ab hattest... im inneren scheint so wenig Platz zu sein, dass ein Span o.ä. evtl. alles blockieren könnte.

  • Die Wellen der Zahnräder des Anlassergetriebes finden ihre äußere Lagerstelle bei vielen Motorrädern oft in einem der Gehäusedeckel. Bei der CB1300 ist das auch so.


    Beim Anlasserfreilauf rückt nichts ein oder aus, das funktioniert mit Klemmkeilen, welche sich in eine Drehrichtung verklemmen und in die andere nicht. Die sehen manchmal wie kleine Trapeze aus, manchmal wie Halbkugeln. Dass die durchrutschen obwohl sie klemmen sollten, passiert öfter mal. Dann dreht der Anlasser stückweise leer.

    Der umgekehrte Fall ist glücklicherweise sehr selten, dann würde der Motor den Anlasser permanent antreiben. Das wäre schon ein ziemlicher Gau für den armen Anlasser, der eigentlich nur dafür gemacht ist "manchmal" zu arbeiten aber in der Regel still zu stehen.